Was macht eine gute  Seniorengenossenschaft aus? 

Eine Seniorengenossenschaft lebt vom Engagement ihrer Mitglieder. Wie die Mitglieder sich in der Gemeinschaft einbringen und sich gegenseitig unterstützen prägt den Charakter jeder Seniorengemeinschaft. So können bereits kleine Bündnisse in einem Mehrgenerationenhaus einen Mehrwert für jeden einzelnen bieten oder es finden sich hunderte von Helferinnen und Helfern wie in der Seniorengenossenschaft Kronach zusammen. Hier schafft man es das sich ganze Regionen für das Allgemeinwohl einsetzen. So bringen tausende von Menschen in Deutschland eine Vielzahl an Leistungen jeden Tag zusammen, von der Einkaufshilfe über Fahrdienste bis hin zu Unkrautarbeiten im Innenhof. Je größer die Genossenschaft ist desto größer ist das Angebot an Leistungen und desto mehr Personen sind in der Lage ihre Hilfe anzubieten. Eine Vermittlung findet in der Regel in wenigen Stunden statt kann aber auch mal mehrere Tage dauern. Dies ist abhängig von der Leistung und welcher diese leisten kann. Nicht immer findet sich jemand der verfügbar ist.

Seniorengenossenschaften sind in der Regel lokal begrenzt, so beginnen Sie häufig in kleinen Gemeinden oder Stadtteilen und wachsen mit der Zeit. Je größer die Gemeinschaft wird desto besser kann sie funktionieren, denn erst wenn genügend mitmachen wird die Arbeit jeden leichter und es findet sich schneller der passende Helfer. Desto einfacher und intelligenter die Software hinter einer Genossenschaft ist desto schneller kann diese auch wachsen und Leistungen unter den Mitgliedern austauschen.

Der lokale Aspekt ist sehr wichtig, da die Bürgerinnen und Bürger sichtbare soziale
Verantwortung vor Ort bei der Erbringung von Hilfeleistungen übernehmen können.

Die sozialen Vorteile einer „Seniorengenossenschaft sind u.a.:

→ Ältere Menschen können durch alltagsnahe Hilfen, wie Einkaufen etc., länger in ihren eigenen vier Wänden bleiben, was dem Wunsch vieler Seniorinnen und Senioren entspricht.

→ Die Mitglieder können sich aufgrund der Organisation auf die Leistungserbringung verlassen.

→ Die Leistungsnehmerinnen und Leistungsnehmer erfahren zumeist eine persönliche Zuwendung, da die Leistungen aus der Gemeinschaft erbracht werden.

→ Die Helferinnen und Helfer können sich in Ausnahmefällen etwas dazu verdienen.

→ „Seniorengenossenschaften“ sind in diesem vorpflegerischen Rahmen eine kostengünstige Form.

→ Die Helferinnen und Helfer erhalten eine Aufgabe, die ihre Erfahrungen nutzt und Spaß macht, da jede Person nur das macht, was sie kann und was ihr Freude bereitet.

→ Die Mitglieder tragen Verantwortung für ihr Handeln bis ins hohe Alter hinein, damit wird das Älterwerden aufgewertet.

→ Die Mitglieder sind in einen räumlich kommunalen Kontext eingebunden und nehmen am gesellschaftlichen Leben vor Ort teil.

→ Durch die aktive Teilnahme an der Gemeinschaft wird Isolation im Alter verhindert.

→ Auch Menschen mit geringem finanziellen Spielraum können Leistungen abrufen, indem sie selbst ebenfalls Leistungen erbringen (z. B. Haushaltshilfe gegen Kinderbetreuung).

 

Diese Kultur des „giving-back“ erlaubt es womöglich, Leistungen eher anzunehmen als in einem rein privaten Umfeld, in dem man „etwas schuldig bleibt“.